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GEMEINDEBRIEF
März 2004
Grußwort
Immer mal wieder bin ich an einem Punkt, an dem
ich mir denke, dass ich eigentlich gar nicht wissen will, was ich
alles tun müsste, um noch „heiliger“ zu werden. Statt dessen frage
ich mich, wie ich meinen Alltag besser meistern kann und ob ich
Gott genügend in den Alltag mit hinein nehme. Gleichzeitig frage
ich mich natürlich auch, ob ich denn ein „Mehr“ überhaupt noch
verkraften könnte.
Diese Diskussion führen wir zuweilen auch im
Hauskreis, und meistens machen sie mir Mut, weil ich sehe, dass
ich nicht allein bin mit dieser Frage. Eine gemeinsame, für alle
gleichermaßen gültige Antwort finden wir aber selten. Der Text auf
den nächsten Seiten geht in die gleiche Richtung – die richtige
Antwort muss jeder für sich selbst finden.
Wenn ich mich aber so umschaue und auch die
Vergangenheit betrachte, dann stelle ich fest, dass ich weiter bin
als noch vor fünf Jahren. Auch wenn ich oft glaube, Gott zu wenig
„dabei zu haben“, stelle ich bei ein wenig Nachdenken fest, dass
das so gar nicht stimmt. Mir fallen viele Beispiel nur nicht auf
Anhieb ein.
Noch besser aber gefällt mir, dass Gott sich
diese Frage gar nicht stellen muss – er ist einfach immer da, wenn
ich ihn wirklich brauche. Manchmal vielleicht anders, als ich mir
das vorstelle, aber mir auch dann nah, wenn ich wieder mal gar
nicht an ihn denke. Gut, dass wir einen solchen Gott haben!
Einen schönen März wünscht Euch
Lutz Vogt
Der Siegeskranz
Wisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn
laufen, die laufen alle, aber einer empfängt den Siegespreis? Lauft
so, dass ihr ihn erlangt. Jeder aber, der kämpft, enthält sich aller
Dinge; jene nun, damit sie einen vergänglichen Kranz empfangen, wir
aber einen unvergänglichen. Ich aber laufe nicht wie aufs Ungewisse;
ich kämpfe mit der Faust, nicht wie einer, der in die Luft schlägt,
sondern ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn, damit ich nicht andern
predige und selbst verwerflich werde. (1. Korinther 9,24-27)
Im Griechenland der Antike war der Sport nicht die schönste
Nebensache der Welt, nicht deshalb eine ernsthafte Sache, weil man sehr
viel Geld dabei verdienen konnte. In Olympia gab es wohl einen
Ehrenkranz, wohl auch einmal eine Stele, aber keine Millionenbeträge in
Gold, die Stadt Athen zahlte ihren Olympiasiegern 500 Drachmen, für die
Teilnahme an den isthmischen Spielen, das sind die Wettkämpfe von
Korinth, 100 Drachmen. In Griechenland war der Sport eine ernsthafte
Sache, weil er zur Religion gehörte, weil er ein Gottesdienst war. Sport
und Religion bildeten eine Einheit.
Da Paulus etwa anderthalb Jahre in Korinth weilte, ist es sehr wohl
denkbar, dass er die isthmischen Spiele miterlebt hat, aber selbst wenn
er nicht Zuschauer dort war, so hat er doch von der Bedeutung des Sports
für diese Stadt und seine Einwohner gewusst. Er spricht von den
Laufwettbewerben, dem Training für die Wettkämpfe und vom Boxsport: sie
scheinen ihm geeignet, sein Glaubensleben anschaulich zu machen.
In den Laufwettbewerben gehen viele Kämpfer an den Start, aber es
kann immer nur einen Sieger geben. Dennoch laufen alle in der Hoffnung
und unter der größtmöglichen Anstrengung: Die Entscheidung fällt im
Ziel, niemand der Wettkämpfer, wenn es ihnen wirklich ernst ist, gibt
vor dem Ziel auf. Es sei denn, ein Unfall stoppt den Läufer. Man weiß
von Wettkämpfern zu erzählen, die bis zum Umfallen kämpften, selbst von
Todesfällen wird berichtet.
So nur kann es im Glaubensleben sein - voller Hoffnung auf den Sieg,
voll konzentriert und mit der Mobilisierung der letzten Reserven aller
Kräfte, ohne Aufgeben zum letzten Atemzug. Es mag ja in Vorläufen
vorkommen, dass jemand ein taktisches Rennen läuft, aber im Endlauf gibt
es keinen, der nicht gewinnen will.
Dies ist es, was unserem Glaubensleben fehlt: die ganze Hoffnung, die
volle Konzentration die Kraft aller Reserven. Ist unser Glaubensleben
uns denn weniger wert als ein Endlauf eines Rennens?
Paulus verweist darauf, dass sich der Weltkämpfer „aller Dinge“
enthält. Dem Wettkampf geht eine Askese voraus. Er sagt freilich nicht,
was konkret mit dem „Enthalten aller Dinge“ gemeint ist: Wir dürfen
vermuten, dass es Nahrungsaskese gab, nicht zu viel, nicht zu fett zu
essen; es wird auch Alkoholaskese gegeben haben, weil der Wein und der
Tresterschnaps die Wachheit der Sinne raubt, aber es ist auch an
sexuelle Enthaltsamkeit zu denken. Noch heute sind zum Trainingslager
der Fußballnationalmannschaft die Frauen nicht zugelassen, im
olympischen Dorf werden auch die Ehepaare unter den Sportlern getrennt.
Paulus sagt, Verzicht und Einschränkung ist auch für das
Glaubensleben notwendig. Er sagt nicht, welche. Die mittelalterliche
Kirche hat darunter zuerst die sexuelle Askese verstanden, die
Nahrungsaskese wurde auf bestimmte Jahreszeiten, die Fastenzeiten,
festgelegt.
Es macht einen Sinn, dass Paulus hier nicht konkret spricht: Für
Paulus war es tatsächlich persönlich der Verzicht auf Ehe und Familie,
war der Verzicht einer beruflichen Karriere als Rabbi oder Rhetor etwa,
aber er hat dieses nicht zur Norm für alle Menschen gemacht. Vielmehr
verlangt er von uns, für uns zu prüfen und in eigener Verantwortung zu
erkennen, was uns dienlich und was uns schädlich ist, was wir meiden und
was wir anstreben sollten.
Nur eines ist klar: unser Leben kann im Sport genauso wenig wie im
Glaubensleben so bleiben, dass wir ohne Unterscheidung fortfahren in all
unserer Trieberfüllung und Selbstgestaltung. Alles ist möglich, aber
nicht alles ist nützlich. Doch die Entscheidung darüber nimmt dem
Einzelnen niemand, auch nicht die Gemeinde, ab. Die Gemeinde ruft mit
ihrer Botschaft in die Verantwortung, aber sie nimmt diese nicht ab. Die
Predigt nennt die Argumente, zeigt die Notwendigkeiten der Entscheidung,
aber sie buchstabiert sie nicht vor, sie entscheidet nicht aus eigener
Kraft. Nur so erhalten wir eine mündige Christenheit, so entsteht, was
die Reformation das Priestertum aller Gläubigen nannte.
Der dritte Sportbereich, den Paulus anspricht, ist der Boxsport. Der
ähnelte damals mehr unserem Catchen mit harten Bandagen. Die Fäuste
waren nicht mit weichen Handschuhen abgepolstert, sondern die Knöchel
waren mit harten Lederbandagen kantig und hart verstärkt. Die
Faustkämpfer hatten zerschlagene Gesichter, das berühmte klassische
Profil war ihrem Sport und seiner Härte geopfert worden.
Die Standbilder der Faustkämpfer fallen deshalb völlig aus dem
griechischen Schönheitsideal heraus. Die Trennung zwischen Ringen und
Boxen war noch nicht in unserem Sinn durchgeführt. Deutlich war das
Herkommen dieses Kampfsports aus dem Krieg. Sein Ziel war die
Vernichtung des Gegners. Der Tod im Ring war nicht ungewolltes Ereignis
und Sportunfall, sondern Ziel.
So total versteht Paulus das Glaubensleben. Und wer ist dann sein
Gegner? Wieder benennt er ihn nicht, wie er bei der Askese nicht
berichtet hat, wessen er sich enthält. Er weiß, seine Leser werden
wissen, wer gemeint ist, und werden die richtige Entscheidung selbst
treffen. Das Glaubensleben ist ein Kampf gegen die Mächte des Bösen,
gegen die Übel der Welt, gegen das Bedrängende und Einengende der
Schuld.
Wie bei uns im Catchen gab es bei den antiken Kämpfen offenbar
einige, die sich abgesprochen hatten und dem Publikum ein Theater
aufführten, statt zu treffen, eben in die Luft schlugen, die nicht ernst
machten. Vielleicht waren auch solche gemeint, die bei der Vorstellung
der Kämpfer einige Figuren zeigten und sich gewaltig gebärdeten, aber
dann, wenn es wirklich zur Sache ging, wenn das Leben auf dem Spiel
stand, nicht mehr ernsthaft kämpften sondern feige waren oder ein
abgekartetes Spiel trieben.
So kann es nicht sein. Paulus betont: das Glaubensleben ist eine
ernsthafte Sache, es ist keine äußere Schau, sondern eine Sache, da
steht unser Leben auf dem Spiel, und da muss mit harten Bandagen
gekämpft werden. Ästhetik hat da keinen Platz - und ohne Narben und
Wunden wird es nicht abgehen. Wir werden Gezeichnete sein. Der Narben
und Wunden, die wir im Leben davon tragen, müssen wir uns nicht schämen,
sondern sie zeigen Lebenserfahrung, die Kraft, Kämpfe durchzustehen.
Hier waren offenbar die Korinther uns und unseren Zeitgenossen
ähnlich, gegen eine Schaueinlage hatten sie nichts, die Achtung, die man
als Faustkämpfer fand, nahm man an, aber die Lebenswirklichkeit nicht.
Aber der Teufel lässt nicht mit sich spaßen, die Übel der Welt werden
uns zusetzen; wer sich nicht mit ihnen abfinden will, wer nicht mit den
dunklen Mächten sein Deal machen will, der wird schwere Schläge und
Niederschläge hinnehmen müssen, aber er wird auch sehr genau zielen und
seine ganze Kraft einsetzen, nicht damit es gut aussehe, sondern um
seine Gegner in die Flucht zu schlagen.
Schließlich kehrt Paulus von seinen Beispielen aus der Welt zurück
dorthin, wo er arbeitet: nämlich als Prediger: Es geht ihm um die
Glaubwürdigkeit als Prediger. Paulus weiß, man wird seine Worte an
seinem Leben messen, und wenn sein Leben seine Worte Lügen straft, dann
hat er seiner Sache einen schlechten Dienst getan, dann zeigt er, dann
offenbart er seine Verwerflichkeit.
Heinrich Heine wird die Verlogenheit der Prediger einmal so bereimen:
„Die predigten öffentlich Wasser und tranken heimlich Wein.“ Die
Unglaubwürdigkeit der Prediger schadet der Sache selbst. Mit der
Kriegspredigt zu allen Zeiten hat die Kirche der Botschaft des Friedens
Gottes Schaden getan, die Moral der Predigt wird an der Moral der
Prediger gemessen. Eine Kirche, die Nächstenliebe predigt, doch
intolerant zu Minderheiten und Randgruppen ist, macht sich selbst
unmöglich. Diesen paulinischen Maßstab wünschen wir allen Konfessionen
und allen Kirchen, jeder Gemeinde und allen Predigern, dem müssen wir
uns in unserem Leben zuerst selbst stellen.
nach einer Predigt von Pfarrer Bernhard von
Issendorf
gefunden im Internet von Lutz Vogt
Mitarbeiterbesprechung
Bericht über die Mitarbeiterbesprechung vom
12.02.2004:
Heiner liest Losung (Jesaja 48,20) und Lehrtext
(Römer 3,24), dazu einen Kommentar, und betet zum Anfang.
1. Termine
Festlegung der Termin für den Monat März und
nochmals der Hinweis auf die Gemeindeversammlung um 11:00 Uhr nach dem
Gottesdienst am 7. März.
Kurt Kerber soll nochmals angerufen werden zur
Bestätigung seiner Termine im Februar und März. Erich Lotz junior soll
angerufen werden wegen seiner Termine im April.
2. Kanzeltausch
Mit Sinsheim müssen wir Rücksprache halten wegen
ihrer Besuchspredigt am 18. April.
3. Abendmahl
Das nächste Abendmahl wird am Karfreitag sein,
danach ist eines im August geplant.
Der Abend endet mit gemeinsamem Gebet.
Christel Lotz
Segnung Feo Gisma Lotz
Im Gottesdienst am 15.03.2004 fand die Segnung von
Feo Gisma Lotz und Viktoria Weyer, Tochter von Jürgen Weyer und Gisela
Weyer, geborene Frese, statt. Es war eine schöne Feier!
Nach den Segensgebeten und der Segnung sangen die
Kinder noch ein Lied für die beiden Babys.
Zum Geburtstag
gratulieren wir
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Wanda Schowalter |
3. März |
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Christel Lotz |
9. März |
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Werner Streib |
11. März |
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Johanna Dalügge |
12. März |
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Maria Töws |
15. März |
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Lutz Vogt |
16. März |
Wir wünschen Euch alles Gute und Gesundheit zum
Geburtstag und Gottes reichen Segen für Euer neues Lebensjahr
mit dem Vers aus 2. Korinther 5,19:
Gott war in Christus und versöhnte die Welt
mit sich selber
und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu
und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung
Einladung
zur Jahreshauptversammlung
Die Jahreshauptversammlung der Gemeinde findet statt
am 7. März 2004
um 11:00 Uhr
in der Kirche Branchweilerhof
Die Tagesordnung:
1. Jahresbericht mit Aussprache
2. Kassenbericht mit Aussprache
3. Bericht des Kassenprüfers
4. Entlastung von Vorstand und Rechner
5. Berichte der Arbeitsgruppen
6. Verschiedenes
Sie sind
Besucher Nummer (laut
EUROCOUNTER)
und Besucher Nummer
(laut Kostenlose Counter -- BlueNetDesign) |